Äußere Einflussfaktoren auf die wahrgenommene Usability von mobilen Geräten

Alina Meixl

Bachelorarbeit: Äußere Einflussfaktoren auf die wahrgenommene Usability von mobilen Geräten
Betreuer: Tobias Stockinger
Datum: 03/2015

Motivation

Herstellern wird oft nachgesagt, dass sie Geräte absichtlich so manipulieren, dass diese früher kaputt gehen. Die geplante Veralterung eines Gerätes wird auch geplante Obsoleszenz genannt. Diese und andere Arten von Obsoleszenz spielen eine große Rolle im Bezug auf die sogenannte Wegwerfgesellschaft. Die psychologische Obsoleszenz ist ein davon. Sie besagt, dass Geräte als veraltet oder weniger leistungsstark empfunden werden, als neue. Das könnte dazu führen, dass Wahrnehmungsfehler im Zusammenhang mit der äußeren Abnutzung entstehen und dadurch das Gerät als weniger leistungsstark oder benutzerfreundlich empfunden wird. Ob das tatsächlich der Fall ist und welche Auswirkungen der äußere Zustand eines mobilen Gerätes noch auf die Wahrnehmung hat, wurde durch eine Nutzerstudie getestet.

Zusammenfassung

Durch die Nutzerstudie sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Hat der äußere Zustand eines mobilen Gerätes Einfluss auf die wahrgenommene Usability, Leistung oder das Design?
  2. Hat der äußere Zustand eines mobilen Gerätes Einfluss auf das Vertrauen zu externen Inhalten und die Bereitschaft zur Herausgabe persönlicher Daten?

Dazu wurden 39 Teilnehmer im Alter von 18 bis 30 Jahren gebeten, auf einem von drei Testgeräten einige für die Benutzung von Smartphones üblichen Aufgaben auszuführen und ihre Meinung bezüglich Leistung, Usability, Hardware, Security und Multimedialeistung abzugeben. Zum testen bekam jeder ein baugleiches iPhone 5 mit selber Leistung. Die Smartphones waren in drei verschiedenen Zuständen vorhanden: neu, abgenutzt und mit gebrochenem Display.

 

                                   

                                    Abbildung 1: Smartphone mit gebrochenem Display

 

                                   

                                    Abbildung 2: Abgenutztes Smartphone

 

Zusätzlich wurde die Zeit gemessen, die die Teilnehmer für die Bewältigung der Aufgaben brauchten. Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass kein Zusammenhang zwischen dem Zustand eines Smartphones und der gemessenen Zeit, sowie der wahrgenommenen Usability oder Leistung besteht. Der Zustand hatte außerdem weder Auswirkungen auf das Vertrauen zu externen Inhalten, welches in Form von Webseiten getestet wurde, noch auf die Bereitschaft zur Herausgabe persönlicher Daten. Allerdings konnte festgestellt werden, dass der Zustand das wahrgenommene Design des Gerätes und teilweise auch das Gefallen des Designs von Webseiten beeinflusst, ebenso wie die empfundene Stabilität des Gerätes. Diese Zusammenhänge könnten eine Grundlage für weitere Forschung bilden.

Ausblick

Interessant wäre zunächst, ob diese Ergebnisse auch für eine unbekannte oder unkenntliche Marke so ausfallen würden. Um den Zusammenhang mit dem Zustand für alle Variablen auszuschließen oder zu bestätigen wären weitere Forschungen mit anderen Smartphones oder gar anderen mobilen Geräten möglich.

Auf dem Gebiet der Webseiten haben die Ergebnisse gezeigt, dass durchaus Tendenzen zu Zusammenhängen vorhanden sind. Gezieltere Studien mit größeren Gruppengrößen könnten diese Tendenzen bestätigen. Über eine Kette von Zusammenhängen könnten so durch bekannten Zusammenhänge von Design und Vertrauen eventuell doch noch Zusammenhänge zwischen dem Abnutzungsgrad eines mobilen Gerätes und dem Vertrauen zu darauf geöffneten Inhalten in Form von Webseiten gefunden werden.

In weiteren Nachforschungen könnte nach einem Design für Webseiten gesucht werden, dessen Wahrnehmung weniger durch den Zustand des Gerätes beeinflusst wird, oder welches gezielt das Defizit beim Vertrauen auszugleichen versucht. In den Auswertungen wurde die Tendenz festgestellt, dass mobile Webseiten grundsätzlich positiver aufgenommen wurden, als andere.